Verzahnungsarten
Steckverzahnung – Funktion, Auslegung und Fertigung

Technische Rahmendaten
Technische Rahmendaten für Steckverzahnungen
| Parameter | Bereich | Detail | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Modul | 0,5 – 5 | Standardbereich Wellenverzahnungen | Sondermodule auf Anfrage |
| Norm | DIN 5480 | typisch für Passverbindungen | weitere Normen projektabhängig |
| Max. Durchmesser | bis 120 mm | typischer Bereich für Wellenverzahnungen | abweichende Geometrien möglich |
| Verfahren | Wälzfräsen, Stoßen | je nach Bauteil und Stückzahl | Sonderverfahren auf Anfrage |
| Werkstoffe | Stahl, Edelstahl | gehärtet oder vergütet | Sonderwerkstoffe auf Anfrage |
Ob Standard nach DIN 5480 oder kundenspezifisches Profil: Wir prüfen Ihren Fall, klären offene Punkte zur axialen Sicherung und melden uns mit einem konkreten Angebot.
Anfrage sendenDefinition
Was ist eine Steckverzahnung?
Geometrie und Funktion
Eine Steckverzahnung ist eine formschlüssige Welle-Nabe-Verbindung, bei der die Welle ein verzahntes Außenprofil und die Nabe das passende Innenprofil trägt. Beide Bauteile werden ineinandergesteckt und übertragen Drehmoment über die gleichmäßig am Umfang verteilten Zahnflanken.
Die Verbindung ist lösbar – Welle und Nabe lassen sich für Wartung oder Austausch ohne Lösen einer reibschlüssigen Verbindung (Pressverbindung, Spannelement) trennen. Eine axiale Sicherung gegen Lockern – zum Beispiel Sicherungsring, Wellenmutter oder Anlaufbund – gehört je nach Anwendung in die konstruktive Auslegung. Das macht die Steckverzahnung zur ersten Wahl überall dort, wo Komponenten regelmäßig getauscht werden oder ein einfacher Aufbau gefragt ist.
Abgrenzung zu Kerb- und Keilwellenverzahnung
Steck-, Kerb- und Keilwellenverzahnungen sind alle formschlüssige Welle-Nabe-Verbindungen, aber mit unterschiedlichem Charakter:
Steckverzahnung: die universelle, lösbare Lösung. Sie eignet sich gut für Standardanwendungen mit moderaten Drehmomenten und häufiger Demontage.
Kerbverzahnung: feinere und mehr Zähne. Sie ist kompakter, erfordert aber präzisere Ausrichtung beim Fügen.
Keilwellenverzahnung: überträgt höhere Drehmomente. Größere Zähne tragen mehr Last, brauchen dafür aber mehr Bauraum.
Welche Variante zu Ihrer Anwendung passt, klären wir in der Anfragephase.
Fertigung
Fertigung von Steckverzahnungen
Steckverzahnungen entstehen typischerweise durch Wälzfräsen oder Stoßen – die Verfahrenswahl hängt von Bauteilgeometrie, Stückzahl und Profilform ab.
Wälzfräsen – für Außenkonturen
Außenverzahnungen auf der Welle werden in der Regel wälzgefräst. Das Verfahren ist wirtschaftlich, flexibel bei Modul und Zähnezahl und für Einzelteile genauso geeignet wie für Serien. Bei ROTAX läuft das Wälzfräsen auf Pfauter-, Koepfer- und Gleason-Maschinen.
Stoßen – für Innenkonturen und Bauteile mit Bund
Die Innenverzahnung der Nabe wird gestoßen – auch dann, wenn die Bauteilgeometrie einen Wälzfräser nicht freilaufen lässt. Auf Lorenz- und Pfauter-Maschinen entstehen passgenaue Innenkonturen mit DIN-Qualität 7.
Optional: Härten und Profilschleifen
Wo die Verbindung hohe Drehmomente oder häufige Lastwechsel aushält, folgt nach dem Verzahnen das Härten über qualifizierte Partner – Steuerung und Qualitätsverantwortung bleiben bei ROTAX. Für höchste Passgenauigkeit kann anschließend profilgeschliffen werden.
Einsatzgebiete
Einsatzgebiete von Steckverzahnungen
Steckverzahnungen sind die Standardlösung überall dort, wo eine lösbare, formschlüssige Welle-Nabe-Verbindung gefordert ist.
Austauschbare Antriebskomponenten
Antriebsstränge, in denen einzelne Komponenten wie Pumpenräder, Kupplungsscheiben oder Anbauteile regelmäßig gewechselt werden müssen.
Maschinen- und Anlagenbau
Welle-Nabe-Verbindungen in Sondergetrieben, Werkzeugmaschinen und Anlagen mit modularem Aufbau – auch in Retrofit-Projekten.
Kupplungen und Schaltbauteile
Verbindungen zwischen Wellen und Kupplungs- oder Schaltkomponenten, bei denen Demontage und Austausch zum Betriebskonzept gehören.
Retrofit und Ersatzteilfertigung
Nachfertigung von Steckverzahnungen für ältere Anlagen – auch ohne Originalzeichnung über Reverse Engineering.
Brauchen Sie eine Welle oder Nabe mit Steckverzahnung nach DIN 5480 oder Sondernorm? Schicken Sie uns Ihren Fall.
Anfrage sendenFAQ
Häufige Fragen zu Steckverzahnungen
- Wenn eine lösbare, formschlüssige Welle-Nabe-Verbindung mit moderaten Drehmomenten und einfacher Montage gefragt ist. Die Kerbverzahnung ist kompakter und für höhere Drehmomentdichten geeignet, die Keilwellenverzahnung trägt höhere absolute Drehmomente.
- Typisch DIN 5480 – die gebräuchlichste Norm für Passverzahnungen. Daneben fertigen wir nach kundenspezifischen Profilen, falls die Anwendung das verlangt.
- In der Regel Stahl (vergütet oder einsatzgehärtet, je nach Belastung) oder Edelstahl bei Korrosions- oder Hygieneanforderungen. Sonderwerkstoffe stimmen wir projektspezifisch ab.
- Die Steckverzahnung selbst überträgt nur das Drehmoment, keine Axialkraft. Eine axiale Sicherung – Sicherungsring, Wellenmutter, Schraube oder Anlaufbund – gehört in die konstruktive Auslegung der Verbindung. Welche Sicherung wirtschaftlich und montagefreundlich passt, ist bauteilspezifisch und Teil der Gesamtkonstruktion.
- Ja. Wenn die Auslegung im Team nicht abgedeckt ist, übernehmen wir sie gemeinsam mit Ihnen – auf Basis von Drehmoment, Welleneinbausituation, Werkstoff und Norm.
Kontakt
Ihre Steckverzahnung nach Zeichnung oder Muster
Senden Sie uns Ihre Anfrage mit Zeichnung, 3D-Daten oder Muster. Wir prüfen Machbarkeit und melden uns mit einem technischen und kaufmännischen Angebot.
